Bau dein eigenes Schiff – mit einem RC Boot Bausatz

Obwohl es auf dem Markt eine Vielzahl von fertigen RTR-Modellbooten gibt, träumen viele ambitionierte Modellbauer davon, ein RC Boot selber bauen zu können. Hier stellt sich zunächst die Frage, ob Du dabei auf einen Bausatz zurückgreifen und diesen mit individuellen Komponenten ausrüsten möchtest oder die grundlegenden Teile, wie Rumpf und Aufbau auch selber bauen möchtest. Mit einem selbstgebauten RC Boot, welches später natürlich schwimmfähig sein sollte, kannst Du Dich von anderen Modellbauern gut von der breiten Masse abheben. Es handelt sich schließlich um ein unverwechselbares Einzelstück. Nachfolgend möchte ich Dir einen kleinen Überblick darüber geben, worauf Du bei Deinem Modellbau Boot achten solltest.

RC Boot Bausatz selber bauen Holz

Welche Komponenten werden benötigt?

Gleich vorweg kann ich Dir raten, eine Einkaufsliste anzufertigen, die Dir in etwa zeigt, mit welchen Anschaffungskosten Du rechnen musst. Möchtest Du wirklich von Grund auf ein RC Boot neu bauen, spielt in erster Linie der Zeitfaktor eine große Rolle. Profis bauen nicht selten bis zu einem Jahr an ihrem Traumboot und sind dann immer noch nicht fertig.

Der Bootsrumpf

Im Gegensatz zu einem RC Boot Bausatz benötigst Du zunächst eine Vorstellung, wie der eigentliche Bootsrumpf aussehen soll. Dabei stellt sich auch gleich die Frage, zu welcher Gattung Dein neues Boot gehören soll. Möchtest Du ein Rennboot, eine Yacht, ein Segelschiff oder ein Funktionsboot bauen? Als Beispiel soll hier eine Motoryacht gelten, wobei Du die Aufbauschritte problemlos auch auf jedes andere Modell übertragen kannst.

Der Bootsrumpf sollte eine ergonomische Form aufweisen. Dabei kannst Du entweder einen fertigen Rumpf aus einem anderen RC Boot Bausatz nehmen, einen separaten ABS-Rumpf aus dem Modellbaufachgeschäft kaufen oder diesen mit Materialien aus dem Baumarkt selbst herstellen.

LRP Electronic 311009 - Deep Blue One, Bootsrumpf
  • besonderes Equipment direkt vom Hersteller
  • ein Muss für Modellbauer
  • hochwertig verarbeitet bis ins Detail
  • Spielzeug
  • LRP electronic GmbH

Letzte Aktualisierung am 25.09.2017 um 06:51 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bootsrumpf mit Negativform herstellen

Du benötigst zunächst eine sogenannte Negativform des späteren Bootsrumpfes. Diese kannst Du aus Styropor herstellen. Dabei kann ein Styroporschneider* Dir gute Dienste leisten. Achte darauf, dass sämtliche Rumpfflächen absolut eben und glatt sind. Danach musst Du dieses Negativ mit Trennwachs* bestreichen.

Anschließend benötigst Du noch Epoxyd-Harz und eine Menge an Glasfasermatten. Diese gibt es in jedem gut sortierten Modellbaufachgeschäft. Für einen Rumpf bis 50 cm Länge werden wenigstens einen Liter Epoxyd-Harz* benötigt. Als Glasfasermatte* kann ich Dir eine Stärke von 160g/m² empfehlen. Dann musst Du nicht allzu viele Matten übereinanderlegen.

Das Harz muss genau abgewogen und zusammen mit dem Härter mit einem Spatel gut vermischt werden. Nun kannst Du die Glasfasermatten zuschneiden, mit Epoxyd-Harz durchtränken und auf die Negativform legen. Andererseits kannst Du auch größere Matten direkt auf die Negativform legen und mit einem Pinsel das Harz dort auftragen. Je mehr Matten Du auflegst, desto stabiler wird der spätere Rumpf. Anschließend den Rumpf gut durchtrocknen lassen und vorsichtig aus der Negativform lösen.

Die Negativform kannst Du übrigens auch später zerteilen und damit den Rumpf von innen verstärken. Ansonsten müsstest Du eine aufwändige Holz-Spanten-Konstruktion verwenden. Von außen kannst Du dem Rumpf noch eine passende Farbe verpassen. Die meisten verwenden hier ein reines Weiß.

Die Antriebskomponenten kaufen und einbauen

Damit Dein RC Boot auch fährt, benötigst Du…

Stevenrohr & Schiffsschraube

Sorge in Deinem Rumpf zunächst für ein kleines Loch im Heck, durch welches Du das Stevenrohr* schiebst. In dieses kommt später die Welle für die Schiffsschraube. Die Schiffsschraube selbst wird immer so aufgeschraubt, dass das Gewinde entgegen der Schraubendrehung zeigt. Dadurch kann sich die Schiffsschraube* später nicht von alleine losdrehen.

Die Öffnung für das Stevenrohr musst Du später wieder mit etwas Epoxydharz* abdichten. Achte darauf, dass Du bei einem Boot mit nur einem Propeller das Stevenrohr und die Welle genau mittig am Heck anbringst. Dabei sollte die Schraube in einem bestimmten Winkel direkt unter der Wasseroberfläche montiert sein. Diese darf keinesfalls Luft ziehen oder zu tief unter dem Boot ins Wasser eintauchen, da ansonsten nicht der optimale Antrieb gewährleistet werden kann.

Erkundige Dich ggf. anhand vergleichbar großer Boote, in welchem Winkel die Schraubenwelle eingebaut werden muss und welchen Durchmesser die Schiffsschraube haben muss. Für eine hohe Geschwindigkeit muss es nicht immer die größte Schraube sein. Vergessen beim Einbau der Schiffswelle nicht, diese ausreichend einzufetten. Dies schützt vor Wasser und Korrosion.

Ruderanlage& Rudergestänge

Neben der Schiffsschraube musst Du noch das Ruder bzw. die Ruderanlage einbauen. Auch hierbei musst Du wieder ein kleines Loch in das Heck Deines Rumpfes bohren. Hier wird das Drehgelenk des Ruderblattes durchgeschoben. Das Loch musst Du wieder mit Epoxydharz abdichten. Das Ruder* muss sich leichtgängig in jede Richtung drehen lassen.

Im Inneren befindet sich meist eine Schraubverbindung bzw. eine Öse, an der das Rudergestänge montiert wird. All diese Arbeiten sind zuerst vorzunehmen, da Du in diesem Bauzustand noch am besten an diese Komponenten herankommst.

Motorträger & Motor

Montiere nun den Motorträger mittig im Bootsrumpf und befestige dort den gewünschten Elektromotor. In heutiger Zeit solltest Du nur noch auf einen modernen Brushless-Motor* setzen. Erkundige Dich auch hier bei vergleichbaren RC-Booten, welche Motorleistung für die Bootsgröße ausreichend ist. Je nach Lage des Motors benötigst Du noch eine Wellenkupplung*, damit die Welle der Schiffschraube mit der Motorwelle richtig verbunden werden kann.

An einer Heckseite wird nun ein kleines Holzbrettchen eingeklebt, auf dem Du den Servo für die Ruderanlage befestigst. Das Rudergestänge* wird dann in das Horn des Servos* eingehängt. Achte darauf, dass mit der Servobewegung auch der gewünschte Rudereinschlag gewährleistet wird.

Die oben erwähnten Seitenstabilisatoren werden in erster Linie für Rennboote benötigt. Aber auch in unserer Yacht können diese für eine optimale Wasserlage sorgen.

Fahrtregler & Empfänger & Servo

Nun musst Du noch den elektronischen Fahrtregler einbauen. Auch hierzu ist eine kleine Auflage im Rumpf erforderlich. Der Fahrtregler* muss schließlich noch mit dem Empfänger verbunden werden. Teilweise gibt es schon Kombibauteile, in denen beide Funktionen vereint sind. Fahrtregler benötigen meistens eine andere Spannung als der Empfänger*. Von daher sind diese mit einem Spannungswandler ausgestattet. Hier sprechen wir auch von einem sogenannten BEC-System.

Den Servo verbindest Du ebenfalls mit dem Empfänger. So sind der Motor mit dem Fahrtregler, der Fahrtregler mit dem Empfänger und der Servo ebenfalls mit dem Empfänger verbunden. Mittig im Boot solltest Du nun die Schale für die Aufnahme des Fahrakkus einkleben. In diesem kannst Du den Fahrakku* einlegen. In den meisten Fällen werden handelsübliche 7,2 Volt NiMH-Akkus verwendet. Der Akku wird dabei mit dem Empfänger verbunden.

Insoweit kann nun Dein RC Boot fahren und lenken. An den Empfänger kannst Du später noch eine kleine Antenne befestigen, die über das Oberdeck nach außen geführt wird. Mit einer entsprechenden Fernbedienung kannst Du jetzt langsame Fahrten in der Badewanne ausführen. Dabei solltest Du genau darauf achten, wie der Bootsrumpf im Wasser liegt. Ggfs. musst Du an einigen Stellen noch zusätzliche kleine Bleigewichte* hineinlegen.

Motor mit Wasserkühlung

Je nach Motor kann es hilfreich sein, eine Wasserkühlung einzubauen. Dabei wird ein dünnes Kupferrohr um den Motor gewickelt. Schließlich benötigst Du wiederum zwei kleine Löcher im Rumpf. Ein Loch wird direkt im vorderen Bereich des Kiels gebohrt, das andere an einer seitlichen Bordwand. Beim Loch im Kiel wird ein Einlassventil* eingeklebt und an der Bordwand ein entsprechendes Auslassventil*. Zwischen jedem Ventil und dem Kupferrohr am Motor stecke ich einen kleinen Plastikschlauch* und stelle sicher, dass dieser nicht abrutschen kann.

Durch vorwärtsfahrt, wird das Wasser in den Bootsrumpf gedrückt und gelangt über das Einlassventil über den Schlauch in die Kühlspirale des Motors. Von dort über das andere Schlauchelement zum seitlich an der Bordwand sitzenden Auslassventil. Auf diese Weise erreichen ich eine optimale Motorkühlung.

Der Deckaufbau

Recht viel Arbeit macht die Gestaltung des Oberdecks mit einer Kajütendarstellung und einem Fahrerstand. Hier ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich, um auch den richtigen Maßstab zu finden. für das Deck muss eine passgenaue Abdeckung gefunden werden. Besonders elegant sieht ein Deck aus Echtholz aus. Stattdessen kannst Du aber auch wieder aus Epoxydharz* ein solches gießen. Dafür wird wiederum eine Negativform benötigt. Wichtig ist, dass die Ränder nahtlos mit dem Rumpf verbunden werden. Hier kommt es auf eine sorgfältige Verklebung an. Bei herkömmlichen Bausätzen besitzt das Deck zusätzlich noch eine Umbördelung, so dass die Rumpfkante komplett abgedeckt wird.

Neben einer individuellen Gestaltung des Decksaufbaus solltest Du auf jeden Fall eine Öffnung zum Motorraum offenlassen. Schließlich müssen wir hier nicht nur regelmäßig den Fahrakku* auswechseln, sondern können hier auch bequem Wartungsarbeiten durchführen.

Je größer die Öffnung ist, desto einfacher wird die spätere Wartung. Abgedeckt wird die Öffnung mit einem passgenauen Kajüten- oder Deckteil. Dieses kann zum Beispiel mit etwas Klettband* fixiert werden. Idealerweise klebst Du an den Rand dieser Öffnung kleine Leisten als Erhöhung. So kann nach dem Aufsetzen des Deckels während der Fahrt kein Wasser in den Motorraum dringen.

Falls alle grundlegenden Komponenten zur Zufriedenheit funktionieren, kannst Du auch an mögliche Funktionen, wie zum Beispiel eine zusätzliche Schiffsbeleuchtung denken. Hier gibt es im Modellbau zahlreiche Beleuchtungselemente*, die mit einem entsprechenden Adapter ebenfalls den benötigten Strom vom Fahrakku beziehen können.

Welches Werkzeug benötige ich?

Als Werkzeug benötigst Du zum Anrühren des Epoxydharzes* einen kleinen Kunststoffspatel und einen Pinsel mit kurzen Borsten. Eine Telefonzange* und ein kleiner Kreuzschraubendreher* können beim Verbinden der Elektronik-Komponenten recht hilfreich sein. Für die Löcher benötigst Du einen kleinen Handbohrer. Um mögliche Grate Deiner Formen entfernen* zu können, kannst Du noch einen kleinen Cutter verwenden.

Ich wünsche viel Erfolg beim Bau Deines ersten RC Modellbootes.

Baupläne für RC Boote

Teile diesen Beitrag, wenn er dir geholfen hat!